Ehrliches Mitteilen Fragen & Antworten
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Aktuelle Fragen und Herausforderungen aus der EM-Community, direkt von Gopal beantwortet:

Welche Emotionen sollte man bei "Ich fühle ... " akzeptieren, bzw. als Gruppenleiter nicht korrigieren? Beispiele: "Ich fühle Kraft", "Ich fühle mich schwebend", "Ich fühle Resignation". Die Liste lässt sich beliebig fortführen? Wie soll ich damit umgehen?

Eingereicht von Tobias
Beantwortet vor 1 Jahr
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Danke für diese wichtige Frage und die guten Beispiele!

Leider muss man sagen sind die Menschen inzwischen soweit degeneriert und von sich selbst abgespalten, dass sie nicht mal mehr wissen was Gefühle und Emotionen überhaupt sind, was in ihnen los ist. Alles ist nach außen gerichtet...

Alle Beispiele, die du genannt hast, sind keine Gefühle. In dieser Form ist das kein EM, sondern das was wahrgenommen wird, wird konzeptionalisiert. Das sollte korrigiert werden. Dazu musst du dir natürlich selber im Klaren sein was Gefühle überhaupt sind und was nicht. Eigentlich gibt es gar nicht so viele. Wenn man genau hinschaut sind es eigentlich nur drei: Wut/Hass, Trauer und Freude. Aber so genau braucht man es nicht zu machen, wenn jemand sagt ich fühle Eifersucht, Einsamkeit, Verzweiflung ist das ok, obwohl es in Wahrheit ein Mix aus den oben genannten Kernemotionen und Geschichten im Kopf ist.

Zu deinen Beispielen:
"Ich fühle Kraft" ist kein EM: Korrekt wäre als ein mögliches Beispiel "Ich spüre eine Spannung im Körper. Mein Kopf denkt, dass ich viel Kraft habe."

"Ich fühle mich schwebend" ist kein EM: Korrekt wäre als ein mögliches Beispiel "Ich spüre Entspannung im Körper. Ich fühle Freude."

"Ich fühle Resignation" ist kein EM: Korrekt wäre als ein mögliches Beispiel "Ich fühle Trauer. Mein Kopf denkt, dass es hoffnungslos ist."

Wir müssen das alle wieder lernen, denn nur wenn wir das korrekt mitteilen können, kommt es zu einer Verbindung und damit zu Wohlgefühl und Transformation.

***

Um es noch präziser auf den Punkt zu bringen, für Meditierer, Buddhisten, Heiler usw. (nicht relevant für EM):

Eigentlich gibt es sogar nur zwei Kernemotionen: Wut (Abneigung) und Trauer (Anhaftung). Freude ist letztlich auch keine Emotion, sondern der Zustand wenn Gefühle und Gedanken abwesend sind. Freude ist ein Aspekt unserer grenzenlosen wahren Natur. Gedanken und ja alle Gefühle sind aus dieser Sicht eine Vernebelung unseres wahren Wesens und entstehen nur, solange wir mit der Erscheinungswelt identifiziert und deshalb nicht ganz wach und bewusst sind. Gedanken stellen eine Vernebelung des mentalen Aspektes dar (eigentlich klares Bewusstsein, Erkennen, Sehen). Gefühle stellen eine Vernebelung des Herzens dar (eigentlich reine Liebe). Das was wir in Wahrheit sind ist frei von Gedanken, Konzepten und Gefühlen. Hierbei muss man aber wiederum unterscheiden zwischen dem Gefühl, was wir Liebe nennen und dem was Liebe eigentlich ist als Aspekt unserer wahren Natur. Und zuletzt noch als Ergänzung: was stellt dann die Vernebelung des Körpers dar, also des dritten Hauptzentrums? Das wären Körpersymptome und Krankheiten. Wie gesagt, das ist alles nicht relevant für EM.

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Beantwortet von Gopal
11. Januar 2023 um 12:14